
Biodiesel und Ethanol – keine anderen alternativen Kraftstoffe führen zu so kontroversen Meinungen wie diese beiden. Nur schwach wassergefährdend und mit einer positiveren Klimabilanz als Mineralöl, steht ihr Anbau aufgrund eines enormen Flächenbedarfs in direkter Konkurrenz zu Nahrungsmitteln und soll mitverantwortlich für Hunger in der dritten Welt sein. Ferner tragen Biodiesel und Ethanol nicht unbedingt zu einer nachhaltigeren Welt bei, so ist der Ausstoß des für Menschen giftigen Ozons aus Biodieselabgasen höher als bei konventionellen Kraftstoff.
Doch was verbirgt sich genau hinter Biodiesel und Ethanol? Wichtig ist die Unterscheidung der beiden Begriffe. So gewinnt man Ethanol durch gegärte Biomasse, ähnlich, wie auch Bier hergestellt wird. In der Regel bilden Zuckerrohr und Mais die Basis, jedoch können auch Ernte- oder Forstabfälle genutzt werden. Biodiesel entsteht indes meistens aus Rapsöl und der sogenannten Umesterung, dem Austausch von Fetten oder Alkoholen, mit Methanol. Folgerichtig stellt er einen synthetischen Kraftstoff dar, welcher biologisch schnell abgebaut werden kann, andererseits jedoch qualitätsmindernd anfällig für den Befall von Bakterien, Oxidation oder die Anreicherung von Wasser ist. Immerhin ist Biodiesel ergiebiger als Ethanol: Ein Liter Biodiesel entspricht 0,91 Liter herkömmlichem Diesel – bei Ethanol liegt dieser Wert verglichen mit einem Liter Benzin nur um 0,65.
Eine heiße Debatte ist nicht nur über die fragwürdige Umweltfreundlichkeit, sondern auch über die Beimischungen entbrannt. Momentan besteht Benzin schon zu fünf Prozent aus Ethanol, Biodiesel macht sieben Prozent des an Tankstellen verkauften Diesels aus. Weitere Steigerungen sind in Planung, doch älteren Fahrzeugen machen die Beimischungen vor allem aufgrund dafür ungeeigneter Einspritzpumpen zu schaffen.
Eine wahrhaft umweltfreundliche Alternative aus dem Dunstkreis von Biodiesel und Ethanol bleibt jedoch: Pflanzenöl! Kleiner Wehrmutstropfen hier ist jedoch, dass die Motoren erst umgerüstet werden müssen.
