Donnerstag, 09.09.2010
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Green Rock
 
Warum Wohltätigkeit und Rock´n Roll geil sind
 
Das Roskilde Festival ist ein Vorzeigebeispiel einer Spass-Nutzen-Symbiose bei der das gute Gefühl auch noch nach den vier Tagen Festival anhält.
 
2009-07-10, gillout.com,  
Roskilde
 
Fotos: © Roskilde
 

Jedes Jahr pilgern rund 100.000 Musikbegeisterte zum Roskilde-Festival nach Dänemark. Während die Massen vier Tage lang zu internationalen Top-Acts wie Oasis, Coldplay oder den Nine-Inch-Nails abrocken lassen es auch die Veranstalter in Sachen vorbildlicher Eventabwicklung ordentlich krachen.

Bereits seit den frühen 70er-Jahren betreiben die Veranstalter des Roskilde-Festivals eine eigene Charity-Gesellschaft, die mit einem Teil der Festivaleinnahmen, weltweit Hilfsorganisationen unterstützt. So wurden in den vergangenen Jahren über 13 Millionen Dollar an Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International, die Opfer des Irakkrieges, oder den WWF gespendet, um nur einige zu nennen. Die Idee findet so großen Anklang, dass jedes Jahr unzählige Freiwillige bei der Organisation des Festivals mithelfen und so ihren Teil zu den Spenden beitragen. Nebenbei kommen Sie dabei natürlich in den Genuß vier Tage lang kostenlos Party zu machen und zu rocken. Wohltätigkeit kann so schön sein.

Neben der humanitären Unterstützung ist das bekannteste Rockfestival in Skandinavien aber auch vorbildlich, was den Umweltschutz anbelangt. In eigenen Umweltschutzrichtlinien wurden vier Kernpunkte festgelegt, zu denen sich die Veranstalter bei der Organisation verpflichten. Neben dem besonderen Augenmerk auf die Sicherheit und Gesundheit von Besuchern und Mitarbeitern, werden vorhandene Ressourcen so weit wie möglich geschont, umweltfreundliche Produkte bekommen, so weit technisch und finanziell möglich, den Vorzug und bei der Müllverwertung hat Recycling oberste Priorität. Thomas Niebuhr, der für die "Begrünung" des Events verantwortlich ist dazu: "Wir versuchten zuerst, unsere eigenen Ressourcen zu minimieren, und gingen dann dazu über, die Einstellung unserer Besucher zu verändern. Wir konzentrieren uns auf den Transport, die Müllvermeidung und Energieersparnis."

Zu diesem Zweck nimmt das Festival dieses Jahr auch an "green footsteps", Dänemarks größter Klima-Kampagne teil. Dabei werden die Besucher aufgerufen mindestens drei Aktionen die zum Klimaschutz beitragen zu tätigen und diese zu dokumentieren. Als Lohn dafür bekommen alle Teilnehmer einen Zeltplatz in einer eigenen VIP-green-camping-area, die vollständig CO2-neutral betrieben wird. Ausserdem gibt es auch eine eigene green-Stage bei der Energiesparbeleuchtung und ein energiesparende LED-Leinwand zum Einsatz kommen. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel Solarzellen, Windmühlen oder mit Rapsöl oder Bimoaße betriebenen Generatoren. Die Festivalbetreiber zeigen somit, dass es möglich ist, ein Großevent wie Roskilde klimaneutral zu betreiben und ein Bewusstsein bei den Besuchern zu schaffen, dass auch über das Festival hinaus anhält. Und wie könnte man diese Message besser verbreiten als durch ehrlichen Rock´n Roll?

 
 
 
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