
Lange Zeit wurden rein elektrisch betriebene Fahrzeuge nur belächelt: Klein, hässlich und eine viel zu geringe Reichweite. Dank eines verstärkten Umweltbewusstseins, sich verknappenden Erölressourcen und technischen Fortschritt feiern sie jedoch ihr Comeback und stellen vielleicht DIE Fortbewegungsart der Zukunft dar.
Wie für den Hybrid-, gilt auch für den Elektroantrieb, dass er im Automobilbau kein Novum darstellt. Ganz im Gegenteil, schon lange bevor Diesel- und Benzinmotoren das Straßenbild prägten, surrten Elektrobusse und –kutschen durch die Straßen. So machten um 1900 elektrisch betriebene Fahrzeuge in den USA 38% des gesamten Bestandes aus, in New York sogar 50%. Im Zuge der Ölkrisen, vor allem seit den 1990er Jahren, erleb(t)en sie ihre Renaissance.
Jedoch sind Elektroantriebe hinsichtlich ihrer Emissionswerte ein zweischneidiges Schwert, denn obwohl sie selbst kein Gramm CO2 in die Atmosphäre ausstoßen, kann die Umwelt bei der Stromerzeugung durchaus stark belastet werden. Der nachhaltige Fahrer muss ergo darauf achten, dass er sein E-Mobil mit Ökostrom auflädt – sonst fällt die Emissionsbilanz unter Umständen schlechter aus als bei einem herkömmlichen Antrieb.
In der Regel erfolgt der Antrieb durch in Akkumulatoren gespeicherter Energie. Denkbar sind jedoch ebenfalls Oberleitungen und Solarzellen, welche die Energie direkt nutzen.
Die großen Vorteile von Elektroantrieben sind der zum Teil sehr hohe Wirkungsgrad (bis zu 99 Prozent im Vergleich zu 25 bis 35 Prozent bei Benzin- oder Dieselantrieben), die geringe Lärmbelästigung und der simplere Aufbau des Antriebs. Zunehmend leistungsfähigere Akkus sorgen zudem vor allem im Stadt- und Berufsverkehr für akzeptable Reichweiten, insbesondere, wenn die Fahrzeuge sich an einer 220V-Steckdose wieder aufladen lassen. Vor allem Lithium-Ionen-Akkus stellen eine weitere Perspektive dar, denn sie können viel Strom speichern, was wiederum der Reichweite zugute kommt. Elektro-Prototypen von Serienfahrzeugen konnten bereits mit Distanzen von über 300 Kilometern überzeugen.
