
70.000 Elektrofahrzeuge in New York, 60.000 in Paris, 25.000 im Shanghai – so sieht die Zukunft im Jahre 2015 aus, wenn man einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zum Marktpotential in Ballungszentren Glauben schenken kann. In New York wären somit immerhin 16 Prozent der neu zugelassenen Autos solche mit Elektroantrieb.
In Zusammenarbeit mit den Städten New York und Shanghai sowie der französischen Regierung wurden quantitative und qualitative Instrumente eingesetzt, 1.500 Leute wurden mittels Conjoint-Analysen und anderen Methoden befragt. Heraus kam auch, dass vor allem der Verkauf von Hybridfahrzeugen deutlich steigen wird – ungefähr die Hälfte, so schätzen die Berater. Ihr Vorteil ist offensichtlich – sie kombinieren weitgehende Umweltfreundlichkeit mit Unabhängigkeit.
Für Paris wurde sogar ein Marktpotential von 80 Prozent prognostiziert, reine Elektroautos würden dort jedoch nur auf zwei Prozent kommen. Die Unterschiede zwischen den Städten erklärt McKinsey damit, dass die New Yorker eher bereit sind, Kompromisse zwischen Reichweite, Umweltfreundlichkeit und Anschaffungspreis einzugehen. In China sei dies gar nicht ausgeprägt, sodass der Anteil verkaufter Elektroautos vor 2015 kaum spürbar ausgeprägt sein wird. Anreizsysteme, wie das Recht in Big Apple spezielle, weniger stark befahrene Fahrbahnen wie Busspuren zu benutzen, tragen zum Anklang in New York bei. Rein monetäre Förderungen wie Steuernachlässe hätten indes eine nicht so starke Wirkung.
Die Frage nach einer ädaquaten Infrastruktur wird übrigens als weniger zentral denn bisher angenommen beurteilt. Die Umfragen von McKinsey belegen, dass die meisten Nutzer von Elektrofahrzeugen sich darauf einstellen, dass sie ihr Auto an der heimischen Steckdose oder auf dem Parkplatz beim Arbeitsplatz aufladen können. Auch Supermärkte, Restaurant und öffentliche Einrichtungen mit Ladestationen sind in der Zukunft durchaus im Bereich des Möglichen, sodass regelrechte Elektrotankstellen wohl kaum nötig sein werden.
