
Was hat ein Indianerstamm in Colorado mit alternativen Treibstoffen zu tun? Eine ganze Menge, wie das Beispiel der Südlichen Ute zeigt.
Die Südlichen Ute, von allen Ute-Stämmen durch Glücksspiel, Tourismus sowie Gasvorkommen in ihrem Reservat der Stamm mit dem größten finanziellen Erfolg, stellen in einem Joint Venture mit dem Unternehmen Solix Biofuels ihr Land zur Verfügung. Dort herrschen schließlich ideale Bedingungen zur Aufzucht von Algen, welche die Biomasse für Kraftstoff darstellen.
Das auf die Gewinnung von Algensprit spezialisierte Solix Biofuels musste im Gegenzug 20 Millionen Dollar zur Nutzung der Fläche zahlen.
Mit den gezüchteten Algen soll Treibstoff produziert werden, nachhaltig und umweltfreundlich, versteht sich. Zudem ist die Konkurrenz zur Nahrungsproduktion nicht so eklatant wie bei Raps- oder Mais, da Algen verhältnismäßig weniger Platz brauchen. Zum Vergleich: Aus einem Hektar Mais können nur 2.400 Liter pro Jahr gewonnen werden, bepflanzt man die gleiche Fläche mit Algen, sind immerhin 19.000 Liter Biotreibstoff möglich.
Damit trifft das Joint Venture auch die Einstellung der 1.400 Mitglieder der Südlichen Ute, welche das Dilemma um den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Kraftstoff und zur Ernährung verurteilen. So gesehen werden durch das Joint Venture Ökologie und Ökonomie in Einklang gebracht.
Die Nutzung von Algen zur Treibstoffgewinnung klingt innovativ, doch Experten warnen vor zu großer Euphorie, da der Algentreibstoff noch weit von einer zur Refinanzierung notwendigen Kommerzialisierung entfernt ist.
Zudem sind auch die Mineralölgroßkonzerne nicht untätig. ExxonMobil plant, sofern die ersten Versuche mit einem befriedigendem Ergebnis abgeschlossen werden, mehr als 600 Millionen US-Dollar (430 Millionen Euro) in die Entwicklung von Algenkraftstoff zu stecken.
