
Sie sind sparsam, haben eine große Reichweite und vertragen eine hohe Zuladung: Bodeneffektfahrzeuge. Bisher jedoch fristen sie ein Schattendasein und wurden hauptsächlich für militärische Zwecke eingesetzt. Die Rostocker Meerestechnik Engineering Gmbh (MTE) will dem nun mit der Seafalcon SF08 ein Ende setzen.
Trotz der großen Ähnlichkeit zu Flugzeugen sind Bodeneffektfahrzeuge nicht in der Lage, frei zu fliegen. Zugleich können sie nicht als Schiffe eingeordnet werden und stellen damit eine Zwischenform beider Fahrzeugtypen dar. Der namensgebende Bodeneffekt sorgt während des Fluges dafür, dass sich unter dem Rumpf eine Luftwalze bildet, auf welcher das Fahrzeug gleitet. Die Wirkung der Tragfläche und folgerichtig der dynamische Auftrieb erhöhen sich, sodass der Flug ökonomischer ist als in den Höhen, in welchen sich Lufthansa und Co. fortbewegen.
Einen weiteren Vorteil bietet das Bodeneffektfahrzeug durch die nicht vorhandene Wirbelschleppe, welche bei Flugzeugen für einen hohen Luftwiderstand sorgt. Die verbreitete Annahme, bei einem Ekranoplan handele es sich um ein Synonym, ist übrigens falsch. Die russische Militärentwicklung, bekannt geworden vor allem durch das "Kaspische Seeungeheuer", aus den Zeiten des kalten Krieges kann im Gegensatz zum reinen Bodeneffektfahrzeug den Boden verlassen.
Bei MTE setzt man indes ausschließlich auf die Nähe zum Wasser, weshalb die achtsitzige Seafalcon als Wasserfahrzeug kategorisiert wurde. Zwei geringfügig modifizierte Drei-Liter-Diesel von Mercedes-Benz sorgen mit jeweils 173 KW für eine Maximalgeschwindigkeit von 180 KM/H. Mit den Standardtanks sind so 900 KM Reichweite möglich, optionale Zusatztanks bringen die 14,10 Meter lange und 7,8 Meter Seafalcon sogar über 1500 Kilometer weit. Seit 1993 beschäftigen sich die Rostocker mit Bodeneffektfahrtzeugen und seit 2006 werden Prototypen auf die Ostsee geschickt. Aus Öko-Sicht bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft viele Serienfahrzeuge dazu gesellen.
